Fristen für die Steuererklärung 2017

Fristen vor und nach Abgabe Ihrer Einkommensteuererklärung

Auch in diesem Jahr stehen viele Menschen vor der Herausforderung, eine Steuererklärung abzugeben. Durch das Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens haben sich einige Fristen geändert. Für die Steuererklärung 2017 gelten in der Regel jedoch die bisherigen Termine. Hier erfahren Sie, welche Ausnahmen es gibt, wie Sie eine Fristverlängerung beantragen und welche Fristen Sie nach Abgabe Ihrer Steuererklärung im Auge behalten sollten.

Fristen für die Steuererklärung 2017

Unterschiedliche Fristen für Einkommensteuererklärungen

Fristen für freiwillige Steuererklärungen – bis vier Jahre rückwirkend

Die meisten Arbeitnehmer dürfen frei entscheiden, ob sie eine Steuererklärung einreichen wollen oder nicht. Eine freiwillige Abgabe kann sich allerdings lohnen, etwa bei hohen Fahrtkosten, außergewöhnlichen Belastungen oder Ausgaben zur Kinderbetreuung.

Für die freiwillige Steuererklärung gilt eine Fälligkeit von vier Jahren. Daraus ergeben sich folgende Abgabefristen:

Freiwillige Steuererklärung 2014 bis 31. Dezember 2018
Freiwillige Steuererklärung 2015 bis 31. Dezember 2019
Freiwillige Steuererklärung 2016 bis 31. Dezember 2020
Freiwillige Steuererklärung 2017 bis 31. Dezember 2021

Elektronische Übermittlung oder mit Steuerberater – unterschiedliche Abgabefristen bei Pflichtveranlagung

Sind Sie zur Abgabe verpflichtet, gilt für die Steuererklärung 2017 in der Regel die Frist bis 31. Mai 2018. Erst für das Steuerjahr 2018 dürfen Sie sich zwei Monate mehr Zeit lassen, also bis zum 31. Juli 2019.

Einige Bundesländer erlauben ihren Bürgern bereits für 2017 die neue Abgabefrist, sofern die Steuererklärung ohne Mithilfe erstellt und elektronisch übermittelt wurde. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen gilt in diesem Fall die Abgabefrist bei Pflichtveranlagung bis 31. Juli 2018.

Informieren Sie das Finanzamt, wenn Sie Ihre Steuererklärung für 2017 von einem Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erledigen lassen. Denn dann gilt automatisch die Abgabefrist bis 31. Dezember 2018.

Steuererklärung 2017 – Pflicht oder Kür?

Hier einige Beispiele für Personengruppen, für die eine Pflichtveranlagung gilt:

  • berufstätige Ehepaare mit Steuerklassenkombination,
  • Bezieher von Nebeneinkünften oder Lohnersatzleistungen über 410 Euro pro Jahr,
  • Steuerpflichtige, die 2017 geheiratet haben, geschieden wurden oder vom Arbeitgeber eine Abfindung erhalten haben.

Sind Sie 2017 in Rente gegangen, sollten Sie sich bei Ihrem Finanzamt oder Steuerberater erkundigen, ob die Steuererklärung auch für Sie zum Pflichtprogramm gehört.

Antrag auf Fristverlängerung

Sie schaffen es nicht, die Steuererklärung 2017 rechtzeitig abzugeben? Dann werden Sie vor Ablauf der Frist aktiv! Stellen Sie per Brief oder Fax einen Antrag auf Fristverlängerung. Als Gründe lassen die Finanzämter zum Beispiel fehlende Steuerbelege, Krankheit oder einen beruflichen Auslandsaufenthalt häufig gelten und stimmen der Bitte um Fristverlängerung bis zum 30. September 2018 zu.

Abgabe und Auswertung vereinfachen

Um die Abgabe und anschließende Bearbeitung der Steuererklärung zu beschleunigen, bietet die Finanzverwaltung das kostenlose Programm ElsterFormular an. Dieses enthält allerdings keine Tipps zum Steuersparen. Um sich das Ausfüllen zu vereinfachen und sich keine Steuerersparnis entgehen zu lassen, nutzen Sie am besten kommerzielle Softwareprodukte. Gute Angebote gibt es bereits ab 15 Euro.

Fristen nach Abgabe der Steuererklärung

Warten auf den Steuerbescheid

Wenn Sie mit einer Erstattung rechnen, sollten Sie Ihre Steuererklärung auf elektronischem Weg abgeben. Denn wer noch die Papierform nutzt, kommt erst später dran. Seit 2017 müssen Sie nur noch jene Belege einreichen, nach denen das Finanzamt ausdrücklich verlangt. Alle anderen Nachweise bewahren Sie mindestens ein Jahr auf, um sie bei Nachfragen vorlegen zu können. Ist Ihr Fall wenig komplex und Sie haben sechs Monate nach der elektronischen Übermittlung noch keinen Steuerbescheid erhalten, können Sie beim Finanzamt mal nachhaken.

Einspruchsfrist bei Fehlern

Die Einspruchsfrist beginnt drei Tage nach dem Datum, das auf dem Steuerbescheid angegeben ist. Sie endet nach einem Monat. Ist die Frist abgelaufen, wird der Steuerbescheid bestandskräftig und ist nur in Ausnahmefällen noch zu ändern. Lesen Sie daher Ihren Steuerbescheid sofort nach Erhalt gründlich durch. Sollten Sie einen Einspruch haben, richten Sie diesen schriftlich an Ihr Finanzamt.

Ist Ihnen doch noch ein Beleg in die Hände gefallen oder haben Sie einen Flüchtigkeitsfehler entdeckt, kurz nachdem Sie Ihre Steuererklärung abgeschickt haben? Melden Sie das Versehen sofort!

Zuletzt aktualisiert am 25. April 2018.

Hinweis auf Beratung: Dieser Artikel gibt nur Anregungen sowie kurze Hinweise und erhebt damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Informationen können eine persönliche Beratung etwa durch einen Steuerberater nicht ersetzen.